DER WALD VOR LAUTER BÄUMEN

Reihe: WALD VOR LAUTER BÄUMEN
Spielfilm • D 2003 • 81 Min. • Regie: Maren Ade
Termin: Donnerstag, 6. Juli 2017
Ort: Odonien

Fremdschämen am Limit. Maren Ades Debütfilm als Vorbote ihres weiteren Schaffens. 

Melanie Pröschle tritt mit viel Enthusiasmus und Idealismus ihre erste Stelle an einer Realschule in Karlsruhe an. Ihr Versuch, ein neues Leben anzufangen, scheitert jedoch kläglich: Weder ihre Schüler, noch ihr neues privates Umfeld goutieren ihre bemühte Art. Mit DER WALD VOR LAUTER BÄUMEN startet die Filmbrücke ihre neue Reihe mit Erstlingsfilmen bekannter RegisseurInnen. Bereits in ihrem Debüt ist vieles von dem erkennbar, was später Maren Ades großen Erfolg TONI ERDMANN ausmacht: Ein einzigartiger, tragisch-komischer Humor zwischen Fremdscham und Empathie. Eine ungeschliffene Perle junger deutscher Filmgeschichte, die zeigt, dass große Filmkunst keine Frage von Budget ist.

Filmbrücke zeigt in der neuen Debütfilmreihe WALD VOR LAUTER BÄUMEN Frühwerke etablierter Regisseure aus der ganzen Welt. Ganz in unserer Tradition starten wir mit einem deutschen Film, dem fast gleichnamigen DER WALD VOR LAUTER BÄUMEN von Maren Ade; nicht weil er deutsch, sondern weil es ein toller Film ist, der wunderbar das zeigt, was wir gedanklich mit unserer Reihe verbinden. Es gibt die Theorie, dass ein(e) Regisseur(in) ein Leben lang immer den gleichen Film dreht, jedes weitere Mal in einem anderen Kontext das wesentlich Gleiche umsetzt. Wahrscheinlich ist es das was sie antreibt, umtreibt, nachts aufschrecken und tags einen Schritt schneller zum Bäcker gehen lässt. Gerade in den ersten Filmen muss man seine eigenen Dämonen besiegen. Die verschwinden dann zwar nicht aber verändern sich, so wie eigentlich alles im Leben, um dann in neuem Gewand abermals die Leinwand zu erobern.

Auch bei Maren Ades Film DER WALD VOR LAUTER BÄUMEN ist ein Großteil ihres späteren Werkes schon zu entdecken. Zwar hat Ade „erst“ drei Filme gemacht, doch alle drei sind auf ihre Weise formvollendet und in jedem lassen sich die gleichen Themenkomplexe wiederfinden, z.B. eine sehr willensstarke weibliche Hauptfigur, die etwas zu genaue Vorstellungen von ihrem Leben hat. Genau diese Eigenschaft führt in jedem ihrer Filme zu einer Eskalation und zu den berühmten „Fremdschämmomenten“, die für den Zuschauer eine gleichermaßen schmerzhafte wie genussvolle Erfahrung darstellt.

Man könnte noch viel dazu schreiben, wir freuen uns allerdings viel mehr darauf mit Euch darüber zu sprechen. Im Vorfeld und im Anschluss an den Auftakt unserer neuen Debütfilmreihe DEN WALD VOR LAUTER BÄUMEN… am 06.07.2017 in Odonien.